Digitaler Vortrag zur Heuneburg

Ich bin immer auf der Suche nach neuen Informationen und freue mich, dass Orbis Ferrorum interessante Vorträge zur Eisenzeit organisiert. Besonders schätze ich, dass diese Vorträge online stattfinden, was meinen Horizont erheblich erweitert und mir ermöglicht, mehr über die faszinierende Geschichte der Eisenzeit zu erfahren.

Am 4. Dezember hatte ich die Gelegenheit, dem Vortrag „75 Jahre systematische Forschungen am frühkeltischen Machtzentrum Heuneburg“ von Leif Hansen und Roberto Tarpini vom Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart beizuwohnen. Die Heuneburg ist vielen ein Begriff, die sich mit der vorrömischen Eisenzeit beschäftigen. 2022 hatte ich selbst die Gelegenheit, vor Ort zu sein und das Museum sowie das Freilichtmuseum zu besichtigen. Die Lage der Heuneburg, hoch über der Donau, und die Größe der Anlage sind beeindruckend. Es ist leicht vorstellbar, wie hier ein frühkeltisches Machtzentrum von etwa 620 bis 450 v. Chr. existiert haben muss.

Im ersten Teil des Vortrags beleuchtete Leif Hansen die 75 Jahre währenden wissenschaftlichen Ausgrabungen und wie diese den Blick auf die Heuneburg verändert haben. Was ursprünglich als „kleiner“ Fürstensitz galt, wird heute als ein viel größeres Macht- und Innovationszentrum mit mehreren tausend Einwohnern angesehen. Es gab eine Außensiedlung von etwa 100 ha, die nur den innersten Kern dieser bedeutenden Struktur darstellte.

Von Kenny Arne Lang Antonsen – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35283297

In der Umgebung der Heuneburg gibt es Gräberfelder, Höhenbefestigungen, Kultplätze und Verbindungsstraßen. Besonders bekannt ist das Gräberfeld Bettelbühl, wo 2010 ein Fürstinnengrab entdeckt wurde, das damals im Block geborgen wurde.

Leider habe ich den ersten Teil des Vortrags verpasst, aber der zweite Teil war für mich umso spannender. Roberto Tarpini berichtete von den Ausgrabungen in Riedlingen (hier die Pressemitteilung), etwa 7 km von der Heuneburg entfernt. Hier wurde eine vollständig erhaltene Holzgrabkammer entdeckt, die zwar frühzeitig beraubt wurde, aber immer noch viele interessante Schätze und Überraschungen für die Wissenschaft bereithält.

Ein besonders elektrisierender Moment für mich war die Erwähnung von Textilresten. Ich bin sehr gespannt auf die Auswertung und hoffe natürlich auf Funde von Brettchengeweben. Der Fund von mehreren erhaltenen Weidenkörben ist ebenfalls faszinierend – ich kann es kaum erwarten, diese nach zu flechten!

Besonders interessant war auch der Fund von kleinen Holzbrettern mit einer Musterung von Dreiecken, die sofort Erinnerungen an die Spanschachteln aus dem Salzbergwerk in Hallstatt weckten – eine Assoziation, die von Hans Reschreiter ebenfalls bestätigt wurde. Es scheint auch ein kleines Tischchen oder Fußbänkchen erhalten zu sein, und die Teilnehmenden konnten erste Bilder dieser Entdeckung sehen. Möbel aus der Eisenzeit sind äußerst selten erhalten, was diesen Fund besonders spannend macht.

Leider kann ich hier noch keine Fotos zeigen, da die Grabungsergebnisse und ihre Auswertung noch nicht veröffentlicht wurden. Wir müssen also weiterhin gespannt auf die neuesten Funde warten.

Insgesamt war es ein äußerst inspirierender Vortrag, und ich freue mich schon auf die weiteren Ergebnisse aus diesen Ausgrabungen.


Mehr über die Heuneburg und meine persönlichen Eindrücke:
Falls du noch tiefer in die Geschichte der Heuneburg eintauchen möchtest, empfehle ich dir meinen Artikel über meinen Besuch vor Ort. Ich habe die beeindruckende Anlage und das nahegelegene Keltenmuseum in Hebertingen erkundet und viele faszinierende Entdeckungen gemacht – von der rekonstruierten Befestigungsmauer bis hin zu den alltäglichen keltischen Funden. Lies mehr darüber [hier].

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