EXAR-Tagung 2026 in Weißenburg

Von Lyren, Pastinaken und den besten Gesprächen in den Pausen

Ein Wochenende unter Menschen, die sich für experimentelle Archäologie begeistern, alte Techniken ausprobieren, Rekonstruktionen hinterfragen und sich mit großer Leidenschaft darüber austauschen, was funktioniert – und was eben nicht. Genau das war die EXAR-Tagung 2026 in Weißenburg.

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Korbflechten in der Eisenzeit

Am vergangenen Wochenende durfte ich Teil einer kleinen, intensiven Arbeitsgruppe sein: Gemeinsam haben wir für die Zeiteninsel Körbe nach archäologischen Funden aus der Eisenzeit gefertigt.

Unsere Gruppe bestand aus vier erfahrenen Korbflechterinnen und wurde von unserem Lehrmeister, Korbflechtmeister Michael Thierschmann, angeleitet. Die entstandenen Körbe gehen in das Inventar der Zeiteninsel ein – ein schönes Gefühl, etwas Bleibendes beizutragen.

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🌿 Körbe wickeln – ein Abend zwischen Steinzeittechnik und Osterideen

Es gibt Techniken, die begleiten die Menschheit seit Jahrtausenden – leise, unscheinbar und doch unglaublich beständig.
Das Korbwickeln, auch Korbnähen genannt, gehört genau dazu.

Am Freitagabend durfte ich im Rahmen eines Kurses der VHS Marburg-Biedenkopf wieder eine Gruppe Teilnehmender in diese alte Handwerkstechnik einführen. Ein Anfängerkurs, offen für alle – und doch mit einer erstaunlichen Tiefe.

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Symposium zur experimentellen Archäologie am Glauberg

Auf der Rückfahrt vom Symposium zur experimentellen Archäologie und Archäotechnik der Keltenwelt am Glauberg, kreisen mir noch viele Gedanken durch den Kopf. Solche Tage sind immer besonders inspirierend – nicht nur wegen der Vorträge, sondern vor allem wegen der Gespräche und Begegnungen in den Pausen.

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Brettchenweben in Essen – Begegnungen, Muster & Inspiration

Das Brettchenwebertreffen in Essen war wieder ein Tag voller Inspiration, wunderschöner Borten und spannender Gespräche. Hier ist mein persönlicher Rückblick – und ein kleiner Ausblick auf neue Webprojekte.

Ich bin morgens ganz gut durchgekommen auf der Strecke von Hessen ins Ruhrgebiet. Die üblichen Baustellen und der Kölner Ring waren nicht übermäßig voll. Im Unperfekthaus in Essen angekommen, waren meine lieben Mitweberinnen schon fleißig, hatten mir aber einen Platz in ihrer Mitte freigehalten. Es gab viel zu erzählen und neueste Webprojekte zu zeigen.

Nach einer Mittagspause mit Essen vom Buffet ging es dann für mich an die Auswahl einer Sint-Truiden-Borte. Silvia neben mir war schon am Werk und die Broschierung (Broschierung bedeutet, dass einzelne Fäden oft aus Gold- oder Silberlahn dekorativ über das Gewebe geführt werden – das sorgt für den schönen Glanz) glitzerte schön.

Silvia hatte mir extra noch ein Buch mitgebracht, wo ich in Ruhe nachlesen konnte, was es mit diesen Borten auf sich hat und ich entschied mich für die Borte 111, die Silvia bereits in Anlehnung gearbeitet hatte. Aus meinem Seidenvorrat entschied ich mich für eine grünblaue Seide, die ich mit Hilfe von Barbara auf den Webstuhl aufzog. 25 Brettchen sind gut händelbar (Eine Größe, die weder zu klein für Musterdetails noch zu sperrig für längere Webzeiten wird).

Ich habe dann ein erstes Stück in Köper gewebt und dann gestoppt, weil ich gemerkt habe, dass ich mir besser doch selbst einen Webbrief schreiben sollte und ich im Foto von der Originalborte entdeckte, dass das Original sich doch von Silvias Entwurf unterschied. Da ich eine Rekonstruktion machen möchte, kommt es auch auf Kleinigkeiten an. Daher entschied ich mich für heute Schluss zu machen und in den nächsten Tagen den Webbrief herzustellen.

So verging der Nachmittag wie im Fluge: bei den anderen Weberinnen schauen welche Projekte diese auf dem Webstuhl haben, wie welche Webrahmen funktionieren und viele Geschichten, Pläne für 2026 austauschen.

Ich hatte noch eine Borte von Sint Truiden entdeckt, die mit interessanten Knöpfen versehen ist und gemeinsam haben wir versucht herauszufinden, aus welchem Material die Knöpfe sind und wie man sie vielleicht selbst herstellen kann. Ich liebe diese Treffen, wo die Schwarmintelligenz so hilfreich ist.

Mit Silvia habe ich mich noch über den Vortrag zu Riedlingen unterhalten – wir sind beide gespannt auf die Forschungsergebnisse zu den Textilien.

Ich freue mich immer wieder auf diese Treffen, auch wenn es für mich eine weite Anfahrt bedeutet. Es ist einfach schön mit Leuten zusammenzusitzen, die genauso verrückt sind, wie man selbst.

Ich werde natürlich den Fortschritt der neuen Borte auf der Webseite dokumentieren und freue mich schon auf unser nächstes Treffen im Februar.