Im Mai 2025 fand bei der VHS Marburg-Biedenkopf in Bad Endbach ein kreativer Kurs statt, bei dem interessierte Teilnehmende in die Kunst der Keramikherstellung der Steinzeit eintauchten. In zwei Tagen hatten die Kursteilnehmenden die Möglichkeit, ihre eigenen Gefäße zu gestalten – und ich hatte die Freude, mein Wissen, das ich über die Jahre auf der Zeiteninsel erworben habe, über die faszinierende Geschichte der Keramik der Bandkeramik und der Rössener Zeit weiterzugeben.
Geschichte der Keramik – Von der Steinzeit bis heute
Der Kurs begann mit einem spannenden Rückblick auf die Geschichte und Entwicklung der Keramik durch die verschiedenen Epochen. Ich erklärte den Teilnehmern die Besonderheiten der jeweiligen Zeiten und brachte einige Replikate aus meiner Sammlung mit, damit sie die Keramik der Vorgeschichte nicht nur im Buch, sondern auch mit den Händen begreifen konnten. So wurde die Geschichte lebendig und greifbar.
Kreativität und Flexibilität – Der erste Kurstag
Alle Teilnehmenden konnten sich aus verschiedenen Vorlagen ein Design für sein Gefäß aussuchen, aber ich war auch offen für eigene Ideen. Ein Paar, das sich mit mittelalterlichen Darstellungen beschäftigt, ließ sich z. B. von dieser Epoche inspirieren. Die Vielseitigkeit des Kurses zeigte sich darin, dass jeder seine ganz persönliche Vorstellung von einem Gefäß entwickeln konnte.
Die Teilnehmenden lernten schnell, wie man Ton formt und die Aufbaukeramik-Technik anwendet. Dabei stellte sich für viele als Herausforderung heraus, gleichmäßige „Würste“ aus Ton auszurollen – was jedoch ein wichtiger Schritt in der Tonverarbeitung war.
Vom ersten Gefäß zum fertigen Meisterwerk
Im Laufe des ersten Tages nahmen die ersten Gefäße Form an. Manche Teilnehmende arbeiteten sogar an zwei Gefäßen gleichzeitig, um sicherzustellen, dass eines ruhen konnte, während am anderen weitergearbeitet wurde. Die sommerliche Wärme machte uns auf die Rissbildung im Material aufmerksam, was wir jedoch mit gezieltem Arbeiten umgehen konnten.
Am zweiten Tag waren alle Teilnehmenden hochmotiviert und starteten direkt nach dem Frühstück. Die „Paddeltechnik“, bei der man mit einem flachen Holz-Pfannenwender das Gefäß durch leichtes Klopfen in Form bringt, kam zum Einsatz. Diese Technik hat mir schon viele Male geholfen, und ich war froh, sie im Kurs weiterzugeben. Das Ergebnis war erstaunlich: die Gefäße nahmen nicht nur an Form zu, sondern verdichteten sich auch, was ihnen Stabilität und eine tolle Struktur verlieh.
Polieren und Verfeinern – Die Kunst des Feinschliffs
Der Nachmittag war ganz dem Polieren gewidmet. Alle Teilnehmende hatte mindestens ein Gefäß fertiggestellt und konnte sich auf das Polieren konzentrieren, um das Gefäß weiter zu veredeln und den natürlichen Glanz zu erzeugen. Es war faszinierend zu sehen, wie das einfache Material Ton nach und nach zu einem Kunstwerk wurde.
Am Ende des Tages war es kaum zu fassen, wie viel kreative Energie in nur zwei Tagen freigesetzt wurde. Viele Teilnehmende wollten noch weitermachen und ihre Gefäße weiter polieren – ein schöner Abschluss für ein intensives, produktives Wochenende.
Ausblick: Keramikbrand im Herbst
Der Kurs endete nicht mit dem Polieren der Gefäße. Die Gefäße müssen nun langsam trocknen und im Herbst treffen wir uns zu einem gemeinsamen Keramikbrand auf der Zeiteninsel, bei dem wir die Gefäße brennen werden. Ich freue mich schon sehr darauf, die fertigen Stücke in ihren endgültigen Formen zu sehen.
Es war ein großartiges Wochenende voller Kreativität, Austausch und Begeisterung für die Kunst der Steinzeitkeramik. Ich bin gespannt, was die Teilnehmenden noch aus ihren Werken machen werden und freue mich auf den nächsten Kurs!

Hier geht es zum Bericht über unseren Keramikbrand.
Ein Gedanke zu „Keramik der Steinzeit – VHS-Kurs“