Definition & Grundlagen

Das Brettchenweben ist eine spezielle Form des Webens.
Dabei werden die Fäden durch kleine, gelochte Kärtchen – die sogenannten Brettchen – geführt. Diese Brettchen werden beim Weben auf ihren Kanten stehend gedreht, wodurch sich die Fäden umeinander winden und ein Fach entsteht, durch das der Schussfaden geführt wird.

So entsteht ein besonders stabiles, dichtes und zugleich dekoratives Gewebe, das sich durch seine feinen Muster und Farbspiele auszeichnet.
Je nach Stellung der Brettchen und Farbanordnung der Fäden entstehen ganz unterschiedliche Strukturen: von einfachen diagonalen Linien bis hin zu komplexen geometrischen Ornamenten.

Die Brettchen können verschiedene Formen haben – meist quadratisch, manchmal aber auch rund, sechseckig oder dreieckig – und sind mit zwei bis acht Löchern versehen.
Schon kleine Veränderungen beim Einziehen der Fäden oder in der Drehrichtung bewirken ein neues Muster.

Das Faszinierende daran ist: Diese Technik ist gleichzeitig einfach und hochkomplex.
Man kann mit wenigen Brettchen schmale, klare Bänder weben oder mit vielen Brettchen kunstvolle Borten herstellen, die Kleidungsstücke zierten oder als Zierbänder und Gurte dienten.

In meinen eigenen Kursen arbeite ich meist mit der klassischen Form – vier Löcher pro Brettchen, aus Holz oder stabiler Pappe –, weil sie die Grundprinzipien am besten vermittelt und sich leicht handhaben lässt.