Korbflechten

Geduld, Technik und Freude am Material

Das Korbflechten begleitet mich nun schon viele Jahre.
Angefangen hat alles auf der Zeiteninsel, als ich den erfahrenen Korbflechter Andreas Spira für einen Workshop gewinnen konnte. Andreas arbeitet im Hessenpark und gibt dort seit vielen Jahren sein Wissen weiter – und zu meiner großen Freude sagte er zu, auch auf der Zeiteninsel einen Kurs anzubieten.

Der Workshop war von Anfang an ein voller Erfolg und jedes Mal restlos ausgebucht. Ich selbst habe an jedem einzelnen Kurs teilgenommen – und war sofort begeistert.
Mein erster Korb entstand noch unter seiner geduldigen Anleitung. Es war anstrengend, meine Hände taten weh, aber das Gefühl, am Ende ein fertiges Stück in den Händen zu halten, das man selbst geschaffen hat – das war einfach großartig.

Mit der Zeit habe ich immer weiter geübt, ausprobiert, verschiedene Techniken gelernt und selbst angefangen zu flechten. Weide findet man schließlich fast überall, und mit etwas Übung lernt man, welche Ruten sich am besten eignen.

Aus der anfänglichen Neugier wurde eine Leidenschaft – und irgendwann kam der Moment, an dem ich mein Wissen selbst weitergeben wollte.
Heute gebe ich Kurse zum Korbflechten bei der VHS Marburg-Biedenkopf, erzähle dabei von meinen Erfahrungen auf der Zeiteninsel und freue mich, wenn andere genauso „angefixt“ sind wie ich damals nach meinem ersten Korb.

Korbflechten bedeutet für mich: Geduld, Rhythmus, Natur und Handwerk in Reinform.
Jeder Korb ist ein kleines Unikat – und jedes Mal spüre ich wieder dieses besondere Gefühl, wenn aus einem Bündel Zweige etwas Eigenes, Haltbares, Schönes entsteht.

Schwingenkorb
Glossar & Werkzeuge

Archäotechnik

Altes Wissen neu entdeckt

Handwerk, Geschichte und Neugier – das sind die drei Dinge, die mich seit Jahren begleiten, wenn ich mich mit Archäotechnik beschäftige.

Seit etwa 2010 spielt sie in meinem Leben eine große Rolle. Angefangen hat alles auf der Zeiteninsel, wo ich in der Eisenzeitstation mitarbeite und altes Handwerk ausprobiere: töpfern, weben, spinnen, färben, flechten, formen, bauen. Mich begeistert die Frage, wie Dinge früher hergestellt wurden – und was man daraus heute noch lernen kann.

Vom Experiment zur Leidenschaft

Mit der Zeit wurde Archäotechnik für mich weit mehr als ein Museumsprojekt. Ich probiere vieles auch zu Hause oder unterwegs aus, einfach, weil es mich interessiert. Manche Techniken faszinieren mich nachhaltig – etwa Keramik oder Korbflechten – andere habe ich ausprobiert, um sie zu verstehen, und dann wieder loszulassen.

Es geht mir nicht darum, perfekt zu werden, sondern ums Verstehen und Erleben: Materialien fühlen, Arbeitsweisen nachvollziehen, Zusammenhänge erkennen.

Zwischen Zeiteninsel und Alltag

Die Zeiteninsel ist für mich ein wichtiger Ort, an dem ich altes Wissen im prähistorischen Kontext ausprobieren kann. Aber Archäotechnik begleitet mich längst auch im Alltag – auf Reisen, auf meinem Hof oder im Garten.

Oft nehme ich mir Projekte einfach mit: ein paar Brettchen, ein Stück Ton, Naturfasern. Und immer ist da diese Neugier, noch etwas Neues zu lernen, etwas zu verbessern oder zu verstehen.

Warum Archäotechnik?

Weil sie Geschichte lebendig macht.
Weil sie Geduld lehrt.
Und weil sie das Gefühl schenkt, mit den Händen etwas Echtes zu schaffen.

Keramik – vom Ton zur Form – Gefäße und Techniken der Vorgeschichte erleben.
Korbflechten – mit Weiden, Geduld und Handwerk zu lebendiger Tradition
Textil – Spinnen, Förben, Weben – alte Techniken neu entdeckt

🌾 Archäotechnik unterwegs – Sommer in Albersdorf

Es gibt Orte, an die man immer wieder zurückkehrt. Für mich ist das Albersdorf in Schleswig-Holstein, genauer gesagt der Steinzeitpark Dithmarschen.
Dorthin zieht es mich immer wieder – nicht nur, weil ich das Meer liebe, sondern weil dort viele Freunde arbeiten, die wie ich in der Archäotechnik zu Hause sind.

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Keltisches Innenhoffest im Vonderau-Museum Fulda

Im Juli 2022 habe ich mit einem Stand zum Thema Brettchenweben das keltische Innenhoffest des Vonderau-Museums in Fulda verstärkt.

Mit befreundeten Kolleginen und Kollegen, zum Teil von der Zeiteninsel, präsentierten wir unterschiedliche Gewerke der Eisenzeit – vom Schmieden bis zum Färben im Rahmen des Keltenjahres in Hessen.

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Erinnerungen an Sylvia Crumbach

Rückblick und Dank

Als ich die Fotos meines letzten Workshops mit Sylvia Crumbach durchgesehen habe, wurde mir bewusst, wie präsent sie für mich bis heute ist.
Und wie viel sie mir – und vielen anderen – mitgegeben hat.

Sylvia war eine der ersten, die mir die Welt des Brettchenwebens wirklich geöffnet hat. Mit unglaublichem Fachwissen, mit Ruhe, mit Humor und mit einer Geduld, die selten geworden ist.
Ihre Art, textile Techniken zu erklären, war präzise – aber nie schwer.
Fundiert – aber immer warm. Wissenschaftlich – und gleichzeitig zutiefst menschlich.

Sie war der Zeiteninsel viele Jahre verbunden.
Sie bereicherte unsere Veranstaltungen, sie beriet uns, sie brachte Muster, Geräte und textile Schätze mit, die man in ihrer Tiefe erst verstand, wenn man ihr zuhörte.
Noch im Mai war sie bei unserer Veranstaltung zu den Metallzeiten mit einem Stand vertreten – schon gezeichnet von der Krankheit, aber immer noch mit derselben Hingabe. Wie immer hatte sie bei mir übernachtet und wir verbrachten trotz Veranstaltung viel Zeit miteinander.

Bis zuletzt unterstützte sie unser Projekt eines eigenen Gewichtswebstuhls, teilte Quellen, Vergleiche, Erfahrungen.
Dieses großherzige Teilen war typisch für sie.
Es war nie nur „Wissen“.
Es war ein Weitergeben.

Dass der Workshop im März 2019 ihr letzter bei uns sein sollte, wussten wir damals nicht.
Wahrscheinlich wusste sie es selbst.
Und dennoch hat sie gekämpft, gelehrt, gelächelt.
Es war ihr wichtig, weiterzugeben, was sie liebte.

Im Juli fuhr ich in Urlaub und wollte am Ende bei ihr Vorbeischauen – wäre ich besser erst zu ihr gefahren. Im August waren wir dann bei ihrer Trauerfeier..
Viel zu früh.
Und doch war es tröstlich zu sehen, wie viele Menschen sie berührt hatte – als Archäotechnikerin, als Textilspezialistin, als Kollegin, als Freundin.

Ich bin dankbar, dass ich von ihr lernen durfte.
Dankbar für ihre Zeit, ihr Wissen, ihre Geduld.
Und dafür, dass sie ihre Leidenschaft für historische Textilien mit uns geteilt hat.

Sie fehlt. Oft möchte ich sie um Rat fragen, mich mit ihr austauschen, über den Garten und die Bienen philisophieren oder einfach beisammen sein.
Aber ihre Borten, ihre Handschrift, ihre Sätze („Die Karten werden es dir weisen“) und vieles, was ich heute weben oder erklären kann, tragen ihre Spuren.

Mein herzliches Beileid gilt ihrer Familie.
Und mein ganzer Dank gilt ihr.