Zart, buttrig und mit feinem Vanilleduft – Vanillekipferl sind wohl das Sinnbild für Weihnachtsgebäck der 1950er Jahre. Damals wie heute gehören sie zu den beliebtesten Plätzchen: schlicht, aber perfekt im Geschmack. In alten Rezeptheften findet man sie oft handgeschrieben, mit einem Fettfleck in der Ecke – ein Zeichen, wie häufig sie gebacken wurden.
🥣 Zutaten
250 g Mehl
210 g Butter (kalt, in Stückchen)
100 g gemahlene Mandeln (oder Haselnüsse)
80 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Prise Salz
Für die Hülle:
50 g Puderzucker
2 Päckchen Vanillezucker
🔥 Zubereitung
Mehl, Zucker, Vanillezucker, Salz und Mandeln in einer Schüssel mischen.
Butter in Stückchen dazugeben und rasch zu einem glatten Teig verkneten.
Den Teig zu Rollen formen, in Folie wickeln und mindestens 1 Stunde kalt stellen.
Aus den Teigstückchen kleine Kipferl formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 10–12 Minuten backen – sie sollen hell bleiben, nur leicht goldgelb am Rand.
Noch warm vorsichtig in der Puderzucker-Vanillemischung wälzen.
(In alten Haushalten wurde der Vanillezucker oft selbst hergestellt – einfach eine ausgekratzte Schote in ein Glas mit Zucker legen und einige Tage ziehen lassen.)
✨ Tipp oder Erinnerung
Vanillstangen oder Kipferln sind empfindlich – man hebt sie am besten mit zwei Fingern oder einem Messer vom Blech. In Blechdosen aufbewahrt halten sie sich viele Wochen und schmecken mit jedem Tag mürber und aromatischer.
Ein einfaches, mild-süßes Kuchenrezept, vermutlich aus den 1940er-Jahren. Der Name „Gesundheitskuchen“ war damals oft ein Ausdruck für einen schlichten, hausgemachten Rührkuchen mit natürlichen Zutaten.
In den 1950er Jahren bedeutete „gesund“ noch etwas anderes als heute. Gemeint war nicht fettarm oder kalorienbewusst, sondern kräftigend, sättigend und nahrhaft – etwas, das „von innen stärkt“. Butter, Eier und Haferflocken galten als wertvoll, Milch als Zeichen des neuen Wohlstands. Ein „Gesundheitskuchen“ war also ein Kuchen, der gut tat, Energie gab und lange frisch blieb – ideal für Familien, Feste und die kleine Stärkung zwischendurch.
Zutaten nach Rezeptbuch
¼ Pfund Butter
2 Eier
¼ Pfund Zucker
etwas Zitronenschale
ca. ½ Pfund Mehl
Zubereitung nach Rezeptbuch
Butter, Zucker und Eier schaumig rühren. Etwas Zitronenschale zufügen und nach und nach das Mehl unter arbeiten. Den Teig in eine gefettete Form geben und bei mäßiger Hitze backen, bis der Kuchen goldgelb ist.
🥣 Variante 1 modern– Heller Gesundheitskuchen
Ein saftiger Rührkuchen mit Milch und Haferflocken – schlicht, nahrhaft und angenehm mild im Geschmack.
Zutaten modern:
250 g Butter oder Margarine
200 g Zucker
4 Eier
1 Prise Salz
250 g Mehl
100 g feine Haferflocken
1 Päckchen Backpulver
125 ml Milch
nach Belieben etwas Zitronenschale
Zubereitung modern:
Butter, Zucker und Eier schaumig rühren.
Mehl, Haferflocken, Backpulver und Salz mischen, nach und nach unterrühren.
Milch und Zitronenschale zugeben, bis ein cremiger Teig entsteht.
In eine gefettete Kastenform geben und bei 175 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 50–60 Minuten backen.
Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben oder pur genießen.
(In alten Rezeptheften hieß es oft: „Der Kuchen bleibt lange frisch und ist gut zum Mitnehmen“.)
Gesundheitskuchen (Variante mit Schmalz und Grieß)
Eine einfache, kräftigere Variante des klassischen Gesundheitskuchens – nahrhaft und typisch für die Kriegs- und Nachkriegsjahre, als Butter und feines Mehl knapp waren.
Zutaten nach Rezeptbuch
250 g Schmalz
200 g Zucker
4 Eier
4 Esslöffel Grieß
500 g Mehl
½ Päckchen Backpulver
4 Esslöffel Milch
Zubereitung nach Rezeptbuch
Schmalz und Zucker schaumig rühren. Die Eier nach und nach hinzufügen, dann Grieß, Mehl, Backpulver und Milch unterrühren. Den Teig in eine gefettete Form geben und bei mittlerer Hitze goldgelb backen.
In den 1950er Jahren verstand man unter „Gesundheitskuchen“ kein Diätgebäck, sondern einen kräftigenden Kuchen, der Energie spenden und lange satt machen sollte. Er war ein beliebtes Rezept für Schultütenfeste, Sonntagskaffee oder als Wegzehrung für Ausflüge. Je nach Region wurde er mit Kakao oder ohne gebacken – beide Varianten waren einfach und zuverlässig.
🍫 Variante 2 modern – Dunkler Gesundheitskuchen mit Kakao
Die beliebtere, „reichere“ Variante – durch den Kakao und etwas mehr Zucker wurde sie zum Lieblingskuchen vieler Kinder.
Zutaten modern:
250 g Butter oder Margarine
250 g Zucker
4 Eier
250 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
2 EL Kakaopulver
100 g gemahlene Haselnüsse oder Mandeln
100 ml Milch
1 Prise Salz
optional: 1 EL Rum oder einige Tropfen Rumaroma
Zubereitung modern:
Fett und Zucker cremig rühren, Eier einzeln zugeben.
Mehl, Backpulver, Kakao und Salz mischen, abwechselnd mit Milch und Nüssen unterrühren.
In eine gefettete Kastenform füllen und bei 175 °C etwa 50–55 Minuten backen.
Nach dem Abkühlen mit Schokoladenguss oder Puderzucker bestreuen.
(In manchen Familien hieß er „Gesundheitsbrot“ – weil er satt machte, gut hielt und wunderbar nach Butter und Kakao duftete.)
✨ Tipp oder Erinnerung
Der Gesundheitskuchen war ein echter Alltagskuchen – wenig Aufwand, große Wirkung. Ob hell oder dunkel: in Blechdosen aufbewahrt blieb er tagelang saftig und war auch nach zwei Tagen noch ein Genuss zum Nachmittagskaffee.
Ein zarter Schokoladenteig auf Makronenbasis – luftig, süß und nussig. Die handschriftliche Vorlage war stark verblasst, doch das Rezept lässt sich gut rekonstruieren und bewahrt den typischen Geschmack jener Zeit.
Zutaten
1 Eiweiß
1 ganzes Ei
80 g gemahlene Mandeln
70 g Puderzucker
65–70 g geriebene Schokolade
Zubereitung
Das Eiweiß zu Schnee schlagen, das ganze Ei und Zucker unterrühren. Dann Puderzucker, Mandeln und Schokolade zufügen und zu einer cremigen Masse verarbeiten. Mit einem Teelöffel kleine Häufchen (etwa 3–4 cm lang) auf ein Blech setzen und bei mittlerer Hitze goldbraun backen.
Ein einfaches, kräftiges Rezept aus den 1950er Jahren, typisch für die Nachkriegszeit – nahrhaft, leicht würzig und wunderbar altmodisch. Haferflocken galten in den 1950er Jahren als besonders gesund und stärkend. Der Kuchen war schnell gemacht, sättigend und hielt sich lange frisch – ideal für den Alltag, den Sonntagskaffee oder als süße Wegzehrung.
🥣 Zutaten nach Rezeptbuch
1 Tasse Haferflocken (durch die Fleischmaschine drehen)
1 Tasse Mehl
1 Ei
1 Päckchen Backpulver
1 Tasse Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
1 Tasse Milch
1 Teelöffel Zimt
etwas gemahlene Nelken
🔥 Zubereitung nach Rezeptbuch
Die Haferflocken durch die Fleischmaschine drehen. Ei, Zucker und Milch verrühren. Mehl, Backpulver und Gewürze mischen und einrühren. Zum Schluss die zerkleinerten Haferflocken unterheben. In eine gefettete Form geben und bei 180 °C etwa 35–40 Minuten backen.
🥣 Zutaten modern
200 g weiche Butter oder Margarine
200 g Zucker
3 Eier
1 Päckchen Vanillezucker
200 g Mehl
100 g zarte Haferflocken
1 TL Backpulver
125 ml Milch
1 Prise Salz
optional: 1 Handvoll gehackte Nüsse oder Rosinen
🔥 Zubereitung modern
Butter, Zucker, Vanillezucker und Eier cremig rühren.
Mehl, Haferflocken, Backpulver und Salz mischen, abwechselnd mit der Milch unterrühren.
Wenn gewünscht, Nüsse oder Rosinen zugeben.
Den Teig in eine gefettete Kastenform oder auf ein kleines Blech geben.
Im vorgeheizten Ofen bei 175 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 40–45 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben oder mit einer dünnen Zitronenglasur überziehen.
(In alten Rezepten hieß es oft: „Haferflockenkuchen hält sich lange frisch und wird von Tag zu Tag besser.“ – ein Zeichen dafür, dass er als Vorratskuchen sehr geschätzt war.)
✨ Tipp oder Erinnerung
Wer es etwas saftiger mochte, ersetzte einen Teil der Milch durch süße Sahne oder gab einen Löffel Honig in den Teig. Besonders beliebt war es, den Kuchen nach dem Backen leicht mit warmer Milch zu bestreichen – so wurde er weich und bekam einen feinen Glanz.