Inkrustierung bezeichnet eine Technik, bei der in zuvor eingeritzte oder eingeschnittene Muster eine andersfarbige Masse – meist heller Ton, Kalk oder Tonschlicker – eingearbeitet wird. Nach dem Trocknen oder Brennen entsteht ein deutlicher Farbkontrast zwischen der dunkleren Oberfläche und den hellen Linien.
Diese Technik ist schon sehr alt: Vor allem in der Jungsteinzeit, während der Rössener Kultur und der Bandkeramik, wurden Gefäße häufig mit hellen Inkrustierungen versehen. Dadurch erhielten sie ihren typisch lebendigen und zugleich klaren Dekor, bei dem Linien, Zickzack- oder Punktmuster in hellem Ton auf dunklem Untergrund hervortraten.
In der Eisenzeit wurde das Verfahren erneut beliebt, besonders in Regionen mit dunkleren Tonen, wo sich die hellen Einlagen stark absetzten und den Gefäßen eine elegante, grafische Wirkung verliehen. Man kann sagen: Inkrustierung ist die Verbindung von Ritztechnik und Farbgestaltung – eine subtile, aber wirkungsvolle Form des Dekors.
Die Inkrustierungspaste
Für die helle Füllung der eingeritzten Linien wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit eine besondere Paste verwendet, die nach dem Brand aufgetragen wurde. Analysen an prähistorischer Keramik aus Mitteleuropa und Südosteuropa zeigen, dass sie häufig aus einer Mischung von Kalk (Calciumcarbonat), Asche und Knochenmehl bestand. Mitunter wurde auch heller, feiner Ton oder Quarzmehl beigemischt, um die Masse geschmeidiger zu machen und ihre Haftung zu verbessern.
In der Praxis wird die Paste in die Vertiefungen der Ritzmuster eingerieben, antrocknen gelassen und anschließend geglättet oder leicht poliert. Nach dem Trocknen bleibt ein deutlicher, hellfarbiger Kontrast zurück, der die Ornamentik hervorhebt und den Gefäßen ihr typisches Aussehen verleiht.
(Handgeschriebenes Familienrezept, ca. 1950er Jahre)
Ein einfaches, ländliches Gebäck – süß, würzig und ohne teure Zutaten. So wurden Makronen in vielen Haushalten auf dem Land gebacken.
Zutaten:
6 Eier
1 Pfund Zucker
etwas Zimt
etwas Nelkenpulver
Mehl, „bis es fest ist“
Zubereitung: Eier, Zucker und Gewürze gut verrühren. Dann so viel Mehl hinzufügen, bis eine feste, zähe Masse entsteht. Mit einem Löffel kleine Häufchen auf ein gefettetes Blech oder auf Oblaten setzen und bei mittlerer Hitze goldgelb backen.
(Handgeschriebenes Familienrezept, ca. 1950er Jahre)
Ein klassischer, weicher Quarkkuchen mit Rosinen – goldgelb gebacken, leicht duftend nach Vanille und Bittermandelöl. Dieses Rezept stammt aus einer alten, handgeschriebenen Sammlung und erinnert an die duftenden Sonntage vergangener Zeiten.
Zutaten
500 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
200 g Zucker
1 Päckchen Vanillinzucker
1 Prise Salz
1 Fläschchen Rum-Aroma
1 Fläschchen Zitronen-Aroma
3–4 Tropfen Bittermandelöl
1 Ei
½ Pfund Butter oder Margarine
½ Päckchen Vanille-Puddingpulver
125 g Fett (Butter oder Margarine)
200 g Quark
150–200 g Rosinen
2 Esslöffel Milch
4 Esslöffel Milch für die Füllung
Zubereitung
Mehl mit Backpulver mischen, Zucker, Vanillinzucker und Salz hinzufügen.
Butter, Ei und die Aromen zugeben und zu einem geschmeidigen Teig verkneten.
Quark, Puddingpulver, Milch und Rosinen verrühren – das ergibt eine zarte Füllung.
In eine gefettete Form geben und bei 175–180 °C ca. 45–50 Minuten backen.
(Handgeschriebenes Familienrezept, ca. 1950er Jahre)
Ein einfaches, bodenständiges Rezept, das kein Stück Brot ungenutzt ließ. Der Brotkuchen wurde früher oft gebacken, wenn man Reste verwerten wollte – mit Kakao wurde er besonders fein.
Ein Stück Sonntagsglück aus den 1950er Jahren – Brotkuchen mit Kakao – heute Marmorkuchen – gehörte in fast jede Kaffeerunde. Er war schlicht, aber beeindruckend, denn die marmorierte Struktur galt damals als Zeichen von besonderer „Backkunst“. Oft wurde der Teig mit einer Gabel oder einem Holzlöffel verwirbelt, und wer schon einen elektrischen Handmixer besaß, galt als modern und fortschrittlich.
🥣 Zutaten laut Rezeptbuch
300 g Brot, gerieben oder in Würfeln
1 Tasse Grieß
2 Tassen Zucker
2 Tassen Milch
3 Esslöffel Kakao oder Maizena oder Kartoffelmehl
1 Päckchen Backpulver
🔥 Zubereitung laut Rezeptbuch
Brot fein reiben oder in kleine Würfel schneiden.
Mit Grieß, Zucker, Milch, Kakao (oder Maizena/Kartoffelmehl) und Backpulver verrühren.
In eine gefettete Kastenform geben.
Bei 180 °C etwa 45 Minuten backen.
Optional: Nach dem Backen mit Puderzucker bestreuen oder mit etwas Marmelade servieren.
🥣 Zutaten modern
250 g Butter (weich)
200 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
4 Eier
375 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
125 ml Milch
2 EL Kakaopulver
1–2 EL Zucker (für die Kakaomasse)
etwas Butter und Mehl für die Form
🔥 Zubereitung modern
Butter, Zucker und Vanillezucker cremig rühren.
Nach und nach die Eier hinzufügen.
Mehl und Backpulver mischen, abwechselnd mit der Milch unterrühren, bis ein glatter Teig entsteht.
Zwei Drittel des Teigs in eine gefettete und bemehlte Gugelhupf- oder Kastenform füllen.
Den restlichen Teig mit Kakao und Zucker mischen und auf den hellen Teig geben.
Mit einer Gabel spiralförmig durch beide Schichten ziehen, um das typische Marmormuster zu erzeugen.
Bei 175 °C (Ober-/Unterhitze) etwa 50–60 Minuten backen.
Nach dem Abkühlen mit Puderzucker bestäuben oder mit Schokoladenglasur überziehen.
(In alten Rezeptbüchern findet man oft den Hinweis: „Nicht zu stark rühren, sonst verschwimmt das Muster!“ – ein Rat, der bis heute gilt.)
✨ Tipp oder Erinnerung
Brotkuchen mit Kakao oder modern Marmorkuchen war in den 1950ern ein beliebtes Mitbringsel für den Sonntagsbesuch. Er ließ sich gut transportieren und blieb tagelang saftig – ideal, wenn sich spontaner Besuch ankündigte. Manche legten sogar ein Stück Apfel in die Kuchenform, um die Feuchtigkeit zu bewahren.
Meine Liebe zur italienischen Küche begann ganz unspektakulär – in einem VHS-Kochkurs, den zwei wunderbare Herren leiteten: Heinz Hahn und Nicola Buico. Semester für Semester habe ich mitgekocht, gekostet und gelernt, wie sehr italienisches Essen mit Lebensfreude zu tun hat. Eines Tages hieß es: „Lass uns doch in Italien kochen!“ Und so stand ich schließlich am Lago Trasimeno in Umbrien – zwischen Olivenhainen, Staffeleien und dampfenden Töpfen. Tagsüber malten wir Aquarelle in der Landschaft, abends wurde gemeinsam gekocht, gelacht und gegessen. Diese Zeit hat Spuren hinterlassen – in meinen Bildern, in meinem Herzen und in meiner Küche. Seitdem begleitet mich die italienische Küche durchs Leben. Ich liebe ihre Einfachheit, die Frische der Zutaten und den Duft von Kräutern, auch wenn ich den Knoblauch leider weglassen muss. Auf dieser Seite möchte ich die Rezepte teilen, die mich seit damals begleiten – Erinnerungen an warme Abende, gute Gespräche und das Lebensgefühl Italiens.
🪶 „Italienisch kochen heißt, Zeit, Sonne und Seele auf den Teller zu bringen.“
🌿 Meine Lieblingsregionen: Toskana & Umbrien
Beide Regionen sind das Herz der italienischen Küche – bodenständig, aromatisch und mit Liebe zum Detail. In der Toskana duften Rosmarin und Salbei durch die Dörfer, und auf den Tellern liegen einfache Gerichte aus besten Zutaten: Pasta mit frischen Kräutern, Pecorino, Olivenöl, Weißbrot und ein Glas Chianti. Umbrien, das grüne Herz Italiens, ist stiller, aber nicht weniger genussvoll. Hier entstehen würzige Eintöpfe, Wildgerichte, Linsen aus Castelluccio und natürlich die berühmten schwarzen Trüffel von Norcia. Beide Regionen verbinden Geschmack und Landschaft zu einer ganz eigenen Art von Lebensfreude.