Einleitung
Dieses Jahr hatte ich eine schöne Mischung aus Chilis und Paprika aus dem Garten – und daraus ist mein erstes eigenes Chili-/Paprikapulver entstanden. Das Trocknen und Mahlen war unglaublich einfach, und das Ergebnis hat mich überrascht: intensiv, aromatisch und deutlich schärfer als gedacht.
Hier zeige ich, wie ich vorgegangen bin, welche Sorten ich verwendet habe und wofür ich das Pulver einsetze.
1. Verwendete Sorten
Ich hatte eine bunte Mischung aus:
- milden Paprikaschoten
- kleinen aromatischen Chilis
- unbekannten Sorten aus dem Garten, die sich als überraschend scharf herausgestellt haben
- kleinen braunen Chilis, die es wirklich in sich haben!
Diese Vielfalt ergibt später das besondere Aroma. Unter anderem waren die folgenden Chili/Paprika dabei:
🌶️ Tap de Cortí (Paprika)
Eine traditionelle, mallorquinische Paprikasorte, die seit Jahrhunderten für das typische rote Paprikapulver der Insel verwendet wird. Die Schoten werden klassisch an langen Girlanden getrocknet und ergeben ein mild-würziges Pulver mit wunderschön roter Farbe.
In meiner Mischung sorgt Tap de Cortí für die warme Grundnote.
🍫 Chocolate Cherry Chili
Klein, braun, harmlos aussehend – aber unglaublich aromatisch und feurig. Chocolate-Sorten besitzen eine warme, rauchige Schärfe und einen hohen Capsaicingehalt.
Diese Sorte hat meinem Pulver den richtigen „Wumms“ gegeben.

2. Vorbereitung der Chilis & Paprika
- Chilis und Paprika halbieren oder vierteln
- Kerne nach Wunsch entfernen (für weniger Schärfe)
- Stücke gleichmäßig schneiden
- Auf dem Dörrblech verteilen
Hinweis: Handschuhe wären sinnvoll gewesen – meine Finger haben gebrannt. 😄
3. Dörrzeit
Ich habe die Mischung ca. 6 Stunden im Dörrautomaten getrocknet, bis sie:
- komplett trocken
- brüchig
- leicht raschelnd war.
Je dünner die Stücke, desto schneller geht es.

4. Mahlen
Ich habe die gedörrten Stücke direkt im Mahlgerät fein vermahlen.
Wichtig:
- Mit kurzen Stößen mahlen, damit sich das Material nicht erhitzt
- Deckel erst öffnen, wenn sich das Pulver gesetzt hat
- Beim Öffnen nicht tief einatmen 😄
- Bei Bedarf ein zweites Mal mahlen
Das Ergebnis war ein warmes, rötlich-braunes Pulver, voll Aroma und ziemlich scharf. Ich habe das Pulver in kleine Gläser abgefüllt und teilweise noch Gewürzmischungen erstellt.



5. Verwendungsmöglichkeiten
Ich verwende mein Pulver:
- sparsam zum Würzen von Tomatensoßen
- für Ofengemüse
- für Pasta Arrabiata
- für Chili con Carne
- als Grundzutat für eigene Gewürzmischungen
6. Mini-Gewürzmischungen (knoblauchfrei)
Damit das Pulver vielseitiger wird, habe ich ein paar kleine Mischungen daraus gemacht.
6.1 Allround-Würzmischung (knoblauchfrei)
Perfekt für Gemüse, Dips, Suppen:
- 2 TL Chili-Paprika-Pulver
- 1 TL Zwiebelgranulat
- 1 TL Paprika edelsüß
- ½ TL Salz
- ½ TL Oregano
- ½ TL Thymian
6.2 Arrabiata-Mix (knoblauchfrei)
Für schnelle Nudelgerichte:
- 1 TL Chili-Paprika-Pulver
- 1 TL Basilikum
- 1 TL Oregano
- ½ TL Salz
- ½ TL Zwiebelgranulat
6.3 BBQ-Rub (knoblauchfrei)
Für Ofenkartoffeln, Kürbis & Grill:
- 2 TL Chili-Paprika-Pulver
- 2 TL Paprika edelsüß
- 1 TL brauner Zucker
- 1 TL Salz
- ½ TL schwarzer Pfeffer
- ½ TL geräuchertes Paprikapulver
Zu allen Rezepten kann Knoblauch hinzu gefügt werden, aufgrund meiner Unverträglichkeit, lasse ich ihn allerdings weg.
7. Mein Fazit
Selbst gemachtes Chili- und Paprikapulver ist unglaublich aromatisch, vielseitig und viel intensiver als gekauftes Pulver.
Mit Sorten wie Tap de Cortí (mild) und Chocolate Cherry Chili (schärfer) bekommt man eine wunderbare, natürliche Mischung mit Charakter.

