Familiengeschichten

Ein Ausflug ins Mittelalter

Das Freilichtlabor Lauresham liegt am Rand der Stadt Lorsch, deren karolingisches Kloster zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Auf dem Gelände wurde ein frühmittelalterlicher Herrenhof aus der Karolingerzeit modellhaft rekonstruiert – ein Ort, an dem nicht nur Gebäude stehen, sondern an dem Geschichte ganz bewusst gelebt und erforscht wird.

Zeitlich bewegen wir uns hier im Frühmittelalter. Doch vieles von dem, was in Lauresham praktiziert und erprobt wird – Ackerbau, Viehzucht, Handwerk, Kochen, Haltbarmachen von Lebensmitteln – knüpft an Techniken an, die bereits lange vor dieser Zeit bekannt waren. Genau das macht diesen Ort für mich so spannend.

Besonders faszinierend finde ich die experimentelle Arbeit: vom Ackerbau über Viehzucht bis hin zu langfristigen Projekten wie der Rückzüchtung von Auerochsen. Auch Themen wie Leinanbau spielen hier eine Rolle – an einer entsprechenden Initiative habe ich selbst bereits teilgenommen. Hinzu kommt ein eigenes Färberhaus mit einer Crew, die sich intensiv mit Pflanzenfarben beschäftigt.

Ich war schon mehrfach bei Veranstaltungen in Lauresham, dienstlich wie auch privat, und erinnere mich gut an lange Gespräche – etwa in der Küche des Herrenhauses, wo Kochen nicht nur Vorführung, sondern eine ernsthafte Auseinandersetzung mit historischen Techniken ist. Dass es dort zudem Kolleginnen und Kollegen gibt, die sich mit Käseherstellung beschäftigen, war für mich ein weiterer wichtiger Anknüpfungspunkt, denn auch auf der Zeiteninsel stellen wir Käse her.

Schon vor unserem Besuch war mir klar, dass es hier viele Berührungspunkte gibt. Umso schöner war es, nun die Gelegenheit zu haben, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und diesen Ort noch einmal aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

An diesem Samstag trafen wir uns (eine Gruppe von Zeiteninsulanern) in Lauresham zu einem Austausch rund um das Thema Vermittlung. Empfangen wurden wir von Claus Kropp, den ich seit vielen Jahren kenne – und über dessen Wiedersehen ich mich ganz besonders gefreut habe. Claus gab uns eine Einführung in den Ort, erzählte von der Entstehung des Freilichtlabors und davon, wie sich Lauresham über die Jahre entwickelt hat.

Anschließend stellten sich alle Beteiligten vor: Wer hier arbeitet, welche Schwerpunkte es gibt und womit sich jede und jeder im Alltag beschäftigt. Es war schnell spürbar, dass uns viele ähnliche Fragen und Interessen verbinden – auch wenn die zeitlichen Schwerpunkte unserer Arbeit unterschiedlich sind.

Nach einer ersten Austauschrunde, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, da sie eher in den dienstlichen Kontext gehört, bekamen wir eine sehr umfassende Führung über das Gelände des Freilichtlabors.

Der Rundgang bot viel Raum für Fragen, Gespräche und spontanen Austausch. Immer wieder blieb die Gruppe stehen, Themen verzweigten sich, Erfahrungen wurden geteilt – genau so, wie ich es an solchen Begegnungen besonders schätze.

Für mich persönlich war das Weberhaus eines der großen Highlights dieses Tages. Als jemand, der selbst webt und sich intensiv mit historischen Textilien beschäftigt, schlägt mein Herz an solchen Orten einfach höher.

Besonders gefreut habe ich mich über den Austausch mit Florian, den ich bereits kenne. Die Gespräche waren fachlich spannend, offen und inspirierend – genau diese Mischung aus Wissen, Erfahrung und Neugier, die ich so schätze. Solche Begegnungen sind für mich immer wieder ein Erinnern daran, warum ich mich mit so viel Begeisterung mit Textilien beschäftige.

Am Nachmittag wurden uns außerdem verschiedene Workshopformate vorgestellt, die in Lauresham angeboten werden – unter anderem für Kinder, Schulklassen und besondere Anlässe. Auch hier gab es viele interessante Ansätze und Anregungen, die ich mir gern gemerkt habe. An dieser Stelle möchte ich es bewusst bei dieser allgemeinen Einordnung belassen, denn die Details gehören eher in einen anderen Zusammenhang.

Was für mich an diesem Tag jedoch mindestens genauso wichtig war wie die Inhalte, war die Atmosphäre. Ich habe viele sehr offene, freundliche und engagierte Menschen kennengelernt, und der Austausch fühlte sich von Anfang an leicht und selbstverständlich an.

Besonders schön fand ich, dass sich aus den Gesprächen ganz organisch neue Verbindungen ergeben haben. So entstand unter anderem der Wunsch aus dem Lauresham-Team, das Korbflechten zu erlernen. Ich habe gern angeboten, mein Wissen weiterzugeben – sei es im Rahmen eines Kurses oder eines späteren Treffens. Eine Kollegin wollte sich sogar direkt für einen meiner Kurse anmelden.

Mit diesem Gefühl von Verbundenheit, neuen Ideen und dem Wunsch, den Austausch zu vertiefen, haben wir uns schließlich voneinander verabschiedet – nicht ohne Mühe, denn eigentlich gab es noch viel mehr zu besprechen. Auf der langen Rückfahrt hatte ich genügend Zeit, um den Tag Revue passieren zu lassen.

Danke Lauresham – es war wirklich schön bei euch.

Ein Malbuch für die Zeiteninsel

Mit der näher rückenden Eröffnung der Zeiteninsel habe ich mir die Frage gestellt, was wir Besucherinnen und Besuchern anbieten können, das über den eigentlichen Museumsbesuch hinausgeht. Etwas, das man mit nach Hause nehmen kann – als Erinnerung, aber auch als Einladung, sich weiter mit dem Gesehenen zu beschäftigen.
Ein Angebot, das von uns kommt, aus der Arbeit heraus entstanden ist und sich sinnvoll in das Gesamtkonzept der Zeiteninsel einfügt.

Relativ schnell kam mir der Gedanke an ein Malbuch.

Warum ein Malbuch?

Malen ist für mich keine reine Beschäftigung. Es bedeutet, genau hinzuschauen, Formen zu erkennen, Details wahrzunehmen und sich mit dem Dargestellten auseinanderzusetzen. Gerade für Kinder – aber nicht nur für sie – kann ein Malbuch ein niedrigschwelliger Zugang zu (prä)historischen Themen sein.
Ein Bild auszumalen heißt auch, sich Zeit zu nehmen. Und Zeit ist etwas, das im Museum oft knapp ist.

Ein Malbuch schien mir deshalb eine schöne Möglichkeit zu sein, den Besuch auf der Zeiteninsel zu verlängern – über den Moment hinaus. Man kann es mitnehmen, später noch einmal in die Hand nehmen, darüber sprechen, Fragen stellen oder sich erinnern.

Inspiration – und der Wunsch, es anders zu machen

Natürlich gibt es in anderen Freilichtmuseen bereits Malbücher, und auch ich habe eines zuhause. Sie waren für mich eine Inspiration, aber gleichzeitig habe ich gemerkt, dass ich für die Zeiteninsel einen etwas anderen Ansatz verfolgen möchte.

Mir war wichtig, kein reines „Kinder-Malbuch“ zu machen, sondern eines, das unterschiedliche Altersstufen anspricht. Einfachere Motive für jüngere Kinder, detailreichere Szenen für ältere – ohne das strikt zu trennen. Und vor allem: ein Malbuch, das alle Zeitstationen berücksichtigt und nicht nur einzelne Highlights zeigt.

Das Konzept: Zeitstationen, Alltag und Vielfalt

Für jede Zeitstation habe ich mir vorgenommen, mindestens fünf Motive zu entwickeln. Diese sollen unterschiedliche Lebensbereiche zeigen: Alltag, Arbeit, Tiere, besondere Situationen. Ziel ist es, ein möglichst vielfältiges Bild des Lebens in den jeweiligen Epochen zu vermitteln.

Unter jedem Bild soll ein kurzer Satz stehen, der in kindgerechter Sprache erklärt, was zu sehen ist. Kein langer Text, keine Belehrung – eher eine kleine Orientierungshilfe. Ein Satz, der beschreibt, was dargestellt ist, und vielleicht Lust macht, genauer hinzuschauen oder nachzufragen.

Von Fotos zu Kernaussagen

Ausgangspunkt für viele Motive waren Fotos, die bestimmte Kernaussagen der einzelnen Zeitstationen transportieren. Bilder, die etwas Typisches zeigen oder einen wichtigen Aspekt des Lebens verdeutlichen.

Wo es solche Fotos nicht gab, habe ich überlegt, was dennoch unbedingt erzählt werden sollte. Ein Beispiel sind die Ochsen am Pflug: Auf der Zeiteninsel gibt es keine Ochsen, aber sie sind für bestimmte Zeitabschnitte ein wichtiges Bild, um Arbeit, Transport und Landwirtschaft verständlich zu machen. Solche Motive wollte ich trotzdem aufnehmen, auch wenn sie nicht eins zu eins auf dem Gelände zu finden sind.

Vom Foto zur Linie

Die ausgewählten Motive wurden anschließend in einfache, klare Linien übersetzt. Dabei ging es nicht darum, Fotos detailgetreu abzubilden, sondern das Wesentliche herauszuarbeiten: Formen, Handlungen, Zusammenhänge.

Viele Bilder sind in mehreren Schritten entstanden. Gerade bei den ersten Motiven war die Linienführung teilweise noch sehr dicht. Im Laufe des Prozesses hat sich eine klarere Bildsprache entwickelt, und einige der frühen Bilder werden aktuell noch einmal überarbeitet. Diese Reduktion gehört für mich ganz selbstverständlich zum Arbeiten an einem Malbuch dazu – denn die Bilder sollen gut ausmalbar sein und Raum lassen.

Work in progress

Das Malbuch ist derzeit ein work in progress. Die Grundstruktur steht, viele Motive sind bereits ausgearbeitet, andere entstehen noch. Derzeit bitte ich ausgewählte Personen um ihre Einschätzung und arbeite Verbesserungsvorschläge ein.

Für mich ist dieses Projekt ein weiterer Baustein in der Vermittlungsarbeit der Zeiteninsel – und gleichzeitig etwas sehr Persönliches. Es verbindet Archäologie, Gestaltung und die Frage, wie wir Geschichte für unterschiedliche Altersgruppen zugänglich machen können.

Ich bin gespannt, wie sich das Malbuch weiterentwickelt.

Ein Tag Ahnenforschung

so viele Wege in die Vergangenheit

Manchmal merkt man schon in der Vorstellungsrunde, dass ein Kurs etwas Besonderes wird. So war es auch heute beim VHS-Kurs „Einführung in die Ahnenforschung“.

Zehn Menschen, zehn ganz unterschiedliche Zugänge zur Ahnenforschung – und doch ein gemeinsames Interesse: verstehen, woher man kommt und Geschichte(n) bewahren.

Zehn Teilnehmende – zehn Motive

Die Gründe, warum Menschen sich mit ihrer Familiengeschichte beschäftigen, könnten kaum vielfältiger sein:

  • Beim Verkauf eines Hauses tauchen plötzlich alte Unterlagen auf – und mit ihnen Fragen.
  • Jemand möchte die Geschichte seines Hofes erforschen: Wer hat hier gelebt? Wann wurde er erbaut? Welche Familien haben ihn geprägt?
  • Eine Teilnehmerin brachte ein Foto mit – und eine große, sehr persönliche Frage: Wie war es, nach Sibirien interniert zu sein?
    Ihr Zugang zur Ahnenforschung ist ein emotionaler, tastender – ein Versuch, einer Person näherzukommen, sie zu „erspüren“.
  • Andere interessieren sich für ihren Familiennamen, für Herkunft, Linien, Zusammenhänge.
  • Manche möchten einfach wissen: Wer waren meine Vorfahren eigentlich?

Ahnenforschung ist selten nur ein Projekt. Oft ist sie ein Prozess und sie hat „Suchtcharakter“.

Ankommen, erzählen, zuhören

Wir starteten mit einer ausführlichen Vorstellungsrunde.
Jede und jeder erzählte, warum er oder sie heute hier ist.

Mehrere Teilnehmende sagten, sie hätten lange nach genau so einem Kurs gesucht. Eine Person war sogar aus Gießen angereist und spürbar glücklich, dieses Angebot gefunden zu haben, was mich natürlich sehr freut und bestärkt.

Die meisten waren Einsteiger, zwei Teilnehmende kannten den Kurs bereits – und waren dennoch bewusst ein zweites Mal dabei. Auch das ist Ahnenforschung: Man hört manches später mit anderen Ohren.

Werkzeuge, Wege – und neue Perspektiven

Im Laufe des Tages ging es um:

Ein wichtiger Punkt war auch das Führen von Interviews:
Welche Fragen stelle ich? Wie öffne ich Gespräche, ohne zu überfordern?

Zum ersten Mal: KI im Ahnenforschungskurs

Zum ersten Mal habe ich in diesem Kurs auch das Thema Künstliche Intelligenz aufgegriffen – und das Interesse war groß.
Gerade das Beispiel von meiner Tante Dele hat gezeigt, wie KI helfen kann, Texte zu strukturieren, Zusammenhänge sichtbar zu machen oder neue Blickwinkel zu eröffnen.

Nicht als Ersatz für eigene Recherche – sondern als Werkzeug, das unterstützen kann.

Geschichten, Austausch, Begeisterung

Was diesen Tag besonders gemacht hat, waren nicht nur die Inhalte, sondern die Gespräche. Es wurde viel diskutiert, gelacht, nachgedacht.
Es wurden Geschichten geteilt – und neue Ideen geboren.

Am Ende des Tages war die Stimmung eindeutig:
Neugier, Motivation und der Wunsch, weiterzuforschen.

Wie geht es weiter?

Aus dem Kurs heraus sind bereits neue Gedanken entstanden:

  • Ein gemeinsamer Besuch im Personenstandsarchiv in Neustadt
  • Ein Vertiefungskurs, mit mehr Raum für praktische Übungen und individuelle Fragestellungen

Ahnenforschung endet nicht mit einem Kurstag.
Oft beginnt sie genau dort erst richtig.

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Ein Jahr Häkeln – meine Temperaturdecke

Manche Projekte sind laut, groß und fordernd.
Und dann gibt es diese anderen – leisen Projekte, die wachsen, ohne Druck zu machen.
Meine Temperaturdecke gehört ganz eindeutig zur zweiten Sorte.

Die Idee dahinter ist einfach und gleichzeitig unglaublich vielschichtig:
Ein Jahr wird Masche für Masche sichtbar gemacht.


Was ist eine Temperaturdecke?

Eine Temperaturdecke ist ein Häkel- oder Strickprojekt, das sich über ein ganzes Jahr erstreckt.
Jeder Tag bekommt seinen Platz – in Form von Farbe.

In meinem Fall bedeutet das:

  • jeder Tag besteht aus zwei Reihen
    • eine Reihe für die Tiefsttemperatur
    • eine Reihe für die Höchsttemperatur
  • die Farben richten sich nach festgelegten Temperaturbereichen
  • kalte Tage bewegen sich in Blau-, Lila- oder Grautönen
  • warme Tage wandern Richtung Gelb, Orange oder Rot

Wie fein oder grob diese Abstufungen sind, ist ganz individuell.
Manche arbeiten mit 2-Grad-Schritten, andere mit 3 oder sogar 5 Grad.
Je mehr Farben man nutzen möchte, desto feiner kann man die Skala anlegen.


Mehr als Wetter: Erinnerungen einweben

Für mich ist eine Temperaturdecke nicht nur eine Wetteraufzeichnung.
Sie ist auch ein Jahresbegleiter.

Ich nutze kleine Maschenzähler oder Anhänger, um besondere Tage zu markieren:

  • Geburtstage
  • wichtige Termine
  • schöne Erinnerungen
  • manchmal auch stille, nachdenkliche Tage

So entsteht eine Decke, die man später nicht nur anschaut, sondern liest.
Man erkennt nicht immer sofort, warum ein bestimmter Abschnitt besonders ist – aber man weiß es.


Meine Technik: Mosaik-Häkeln

Ich häkle meine Temperaturdecke im Mosaik-Häkeln.
Diese Technik arbeitet mit klaren Linien und grafischen Mustern und eignet sich besonders gut für größere Projekte, die über einen langen Zeitraum wachsen.

Die Muster, die ich verwende, stammen unter anderem von der isländischen Häkeldesignerin Tinna Thorudottir Thorvaldar, deren Arbeiten mich durch ihre Klarheit, ihren Rhythmus und ihre moderne, grafische Sprache sehr ansprechen.
Weitere Muster nutze ich von der britischen Designerin Suraya Hossein, deren Entwürfe sich ebenfalls wunderbar für Mosaik-Häkelarbeiten eignen.

Besonders schön finde ich die Möglichkeit, pro Monat ein eigenes Muster zu verwenden.
Der Januar beginnt bei mir mit einem Zick-Zack-Muster – ruhig, gleichmäßig, fast meditativ.
So bekommt jeder Monat seinen eigenen Charakter, ohne dass die Decke ihre Gesamtwirkung verliert.


Ein Projekt ohne Überforderung

Was ich an der Temperaturdecke besonders liebe:
Sie überfordert nicht.

  • jeden Abend nur eine oder zwei Reihen
  • kein Aufholen von verpassten Tagen
  • kein schlechtes Gewissen, wenn es mal spät wird
  • ein kleines, stilles Ritual

Man setzt sich hin, schaut auf den Tag zurück, greift zur passenden Farbe –
und das Jahr wächst ganz von selbst.


Temperaturdecken als Geschenkidee

Viele Menschen häkeln oder stricken Temperaturdecken nicht für das aktuelle Jahr, sondern für ein Geburtsjahr. Online lassen sich historische Wetterdaten für viele Regionen abrufen, sodass man genau nachvollziehen kann, wie warm oder kalt es damals war.

Eine Temperaturdecke als Geschenk ist:

  • sehr persönlich
  • einzigartig
  • voller Zeit und Aufmerksamkeit

Ein Jahr in Wolle – das ist etwas ganz Besonderes.


Mein Fazit

Meine Temperaturdecke ist kein Projekt für Perfektion.
Sie ist ein Projekt für Achtsamkeit.

Sie zeigt mir:

  • dass jeder Tag zählt
  • dass selbst unscheinbare Tage Teil eines großen Ganzen sind
  • und dass Kreativität manchmal genau dort entsteht, wo man sich Zeit lässt

Ich bin gespannt, wie meine Decke am Ende aussehen wird.
Noch mehr freue ich mich aber auf den Weg dorthin – Masche für Masche, Tag für Tag.

Was wachsen darf – ein Blick ins Neue Jahr

Als ich im vergangenen November meine Webseite online gestellt habe, war das kein lange geplantes Projekt.
Es war eher ein Impuls: der Wunsch nach einem Ort, an dem all die Dinge, die mich beschäftigen, nebeneinander Platz haben dürfen und ich hatte die Domain schon jahrelang, ohne sie zu nutzen.

Rückblickend staune ich selbst ein wenig, wie schnell diese Seite gewachsen ist – und wie viel Zuspruch sie bereits gefunden hat. Das Feedback zeigt sich dabei meist nicht in Kommentaren oder Nachrichten, sondern eher leise: in Aufrufzahlen, in wiederkehrenden Besuchen, darin, dass Texte gelesen und Seiten aufgerufen werden. Webseiten sind oft stille Orte. Und vielleicht passt genau das gut zu dem, was hier entsteht.

Diese Seite ist für mich zu einer Sammlung von Spuren geworden. Kochen, Unterwegssein, Handwerk, Geschichte, Ahnenforschung – all das gehört zu meinem Leben. Und all das darf hier nebeneinander stehen, ohne sich erklären oder rechtfertigen zu müssen.

Für das neue Jahr wünsche ich mir deshalb vor allem eines: Vertiefung.
Viele Bereiche sind bereits angelegt, aber noch längst nicht auserzählt. Unterseiten warten darauf, gefüllt zu werden, Themen dürfen weitergedacht werden – ohne Eile und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

So wird mich die italienische Küche weiter begleiten, verknüpft mit meinen Reisen nach Umbrien und in die Toskana. Rezepte, Orte, Erinnerungen und Eindrücke gehören für mich zusammen – und genau diese Verbindung möchte ich hier nach und nach sichtbar machen.

Auch das Handwerk, etwa das Brettchenweben, wird seinen Platz behalten und weiter wachsen. Manche Dinge brauchen Zeit, Wiederholung und Ruhe – und genau das möchte ich mir dafür nehmen.

Ein besonderes Kapitel wird in diesem Jahr sicher auch der Weg zur Eröffnung der Zeiteninsel sein, die voraussichtlich im Juni ihre Türen öffnet. Der Aufbau, die Vorbereitungen, die vielen kleinen und großen Schritte dahin – all das erlebe ich intensiv. Und ich möchte euch ein Stück weit mitnehmen auf diesem Weg.

Diese Webseite ist kein fertiges Projekt und kein Schaufenster. Sie ist im Werden – so wie ich selbst.
Ich bin gespannt, was sich in diesem Jahr zeigen wird, welche Themen sich verdichten und welche neuen Spuren dazukommen.

Schön, dass ihr mich dabei begleitet.