Feuer in seiner ursprünglichsten Form
Der Grubenbrand zählt zu den ältesten bekannten Brennverfahren für Keramik.
Dabei werden die Gefäße nicht in einem geschlossenen Ofen, sondern direkt in einer flachen Erdgrube gebrannt – inmitten von Holz, Glut und Asche.
Die Temperatur ist schwer zu kontrollieren, doch gerade diese Unberechenbarkeit verleiht jedem Stück seinen ganz eigenen Charakter.
Zunächst wird die Grube mit Holz ausgelegt und angezündet.
Sobald die Glut entsteht, werden die vorgewärmten Gefäße hineingestellt, von allen Seiten mit Brennmaterial umgeben und schließlich mit Erde abgedeckt.
Während des Brandes verändert sich die Sauerstoffzufuhr ständig – dadurch entstehen unterschiedliche Färbungen: von hellem Beige über rötliche Töne bis hin zu tiefem Schwarz.
Mich fasziniert am Grubenbrand, dass er so direkt ist.
Man spürt das Feuer, das Material, den Wind – alles spielt zusammen.
Trotz der einfachen Mittel lassen sich erstaunlich haltbare und dichte Gefäße erzielen, wenn die Vorbereitung und das Timing stimmen.
Es ist eine Technik, die Geduld verlangt, aber mit lebendigen, einzigartigen Ergebnissen belohnt.
Der Grubenbrand verbindet auf besondere Weise Erfahrung, Zufall und Naturkräfte – ein Stück archäologisches Handwerk in seiner ursprünglichsten Form.


