Zum Brettchenweben braucht es nur wenige Dinge – aber jedes Werkzeug erfüllt eine wichtige Aufgabe.
Viele der historischen Geräte sind einfach aufgebaut, und gerade das macht ihren Reiz aus.
Der Webstuhl

Für das Brettchenweben wurden in der Vorgeschichte keine speziellen Webstühle gefunden. Erst mit dem Oseberg-Fund aus der Wikingerzeit änderte sich das.
Es gibt Funde von Rollen und Hölzern aus Italien, die interpretiert werden als kleiner Gewichtswebstuhl. (Hier ein Modell von Brigitte Puhl)
Denkbar ist das Befestigen der Kette an einem Punkt und dann am eigenen Gürtel oder zwischen zwei Pfosten.
Es gibt Abbildungen zu Webstühlen aus dem Mittelalter.
Heute gibt es verschiedene Möglichkeiten:
- kleine, transportable Tischgestelle,
- selbstgebaute Spannrahmen,
- oder ein Gewichtswebrahmen, der im musealen Kontext genutzt werden kann

Brettchen

Die Brettchen sind das Herzstück der Technik.
Sie können aus Holz, Leder, Knochen, Horn oder Karton bestehen – Hauptsache, die Kanten sind glatt und abgerundet, damit sich die Fäden beim Drehen nicht durchscheuern (Spielkarten sind sehr beliebt).
Am gebräuchlichsten sind quadratische Brettchen mit vier Löchern, die eine gute Kontrolle und vielfältige Muster ermöglichen.
Fäden & Materialien
Für die Kette verwende ich je nach Projekt Wolle, Leinen oder Seide.
Historisch wurde auch mit Pferdehaar oder Pflanzenfasern gearbeitet.
Gefärbt wurde mit Naturfarben – etwa Krapp oder Kermeslaus für Rot, Waid für Blau und Reseda für Gelb. Es gibt zum einen die Möglichkeit eine einfache Kette, bestehend aus vielen gleich langen Fäden, die jeweils an den Enden zusammengeknotet werden, zu verwenden – oder die sogenannte Endloskette.
Diese natürlichen Farbtöne wirken bis heute warm und lebendig.
Der Schussfaden dient dazu, die Kettfäden zu verbinden.
Er bleibt meist unsichtbar, verleiht dem Band aber seine Stabilität.
Werkzeuge & Hilfsmittel

- Webschiffchen: zum Anschlagen des Schussfadens
- Nadel: für Broschierungen
- Lineal und kariertes Papier: für Musterentwürfe (Webbriefe)
- Magnettafel oder Markierungen: um den Arbeitsfortschritt im Muster zu halten
- Häkelnadel oder dünner Stab: zum Einfädeln der Fäden in die Brettchenlöcher
- Eisstiele oder Holzstäbchen: zur Stabilisierung am Anfang des Webstücks
Man kann vieles davon selbst herstellen oder improvisieren – das macht diese Technik so zugänglich und lebendig.
Das Arbeiten mit einfachen Mitteln ist Teil des Charmes dieser alten Handwerkskunst.
Mit Geduld, Konzentration und etwas Übung entsteht aus einem Bündel Fäden ein Stück Textilgeschichte, das zugleich modern und zeitlos wirkt.