Ich erinnere mich noch genau an diesen Tag im Jahr 2012 – unseren allerersten Grubenbrand auf der Zeiteninsel.
Damals war das Gelände noch leer, ohne Häuser oder Bäume. Wir, die frisch gegründete AG Lebendige Archäologie, hatten im Winter getöpfert – und wollten nun sehen, ob unsere Gefäße das Feuer überstehen würden.
1️⃣ Vorbereitung
Bevor wir den Brand wagten, informierte ich mich gründlich, wie man eine Grube richtig anlegt und den Prozess des Brandes durchführt.
Wir hoben eine Grube aus, sammelten reichlich Astwerk und Holz und stellten die fertig getrockneten Gefäße am Rand auf.
In der Mitte entfachten wir ein kleines Feuer, das sie langsam anwärmen sollte – die wichtigste Voraussetzung, damit sie beim späteren Brand nicht zerspringen.
2️⃣ Feuer und Gemeinschaft
Als die Gefäße warm waren, ließen wir das Feuer ausglühen, verteilten Steine in der Asche und setzten unsere Töpfe darauf.
Dann schichteten wir Holz darüber – wie einen Scheiterhaufen – und entzündeten es erneut.
Es war ein richtiges Gemeinschaftserlebnis: Kinder liefen herum, jemand brachte Kuchen, andere kümmerten sich ums Feuer.
Die Kälte trieb uns zwar in Decken, aber niemand wollte nach Hause.
Wir saßen stundenlang am Feuer, redeten, schauten, warteten – und spürten dieses ganz besondere Gefühl, etwas Ursprüngliches zu tun.
3️⃣ Der große Moment
Als die Flammen langsam verloschen, schaufelten wir die Glut zusammen und deckten die Grube mit Sägespänen ab.
Erst am nächsten Tag kam der spannendste Moment: das Ausgraben.
Vorsichtig befreiten wir die Gefäße von den Brandresten – und konnten kaum glauben, wie gut sie den Brand überstanden hatten.
Fast alle waren heil geblieben und hatten eine wunderschöne tiefschwarze Färbung angenommen.
Für unseren ersten Versuch war das ein voller Erfolg!
4️⃣ Rückblick
Heute, viele Jahre später, nutze ich beim Brand kaum andere Methoden – nur mit mehr Erfahrung.
Aber das Staunen über das Feuer ist geblieben: zu sehen, wie Erde, Luft und Flamme den Ton verwandeln, bleibt jedes Mal faszinierend.
Dieser erste Brand hat uns gezeigt, dass experimentelle Archäologie nicht nur Erkenntnis bringt – sondern Menschen zusammenführt.
🔸 Zum Schluss
Dieser Beitrag gehört zur Reihe „Keramik auf der Zeiteninsel“ und basiert auf persönlichen Erfahrungen aus über zehn Jahren experimenteller Archäologie.