Vorgeschichtliches Kochen

Kochen in der Vorgeschichte bedeutete, mit einfachen Mitteln und großem Geschick aus dem zu schöpfen, was die Natur hergab.
Kein moderner Herd, keine Waage – stattdessen Feuer, Ton, Holz, Stein und Erfahrung.

Vom ersten Garen in ausgehobenen Gruben bis zu den metallenen Kesseln der Eisenzeit reicht die Bandbreite dessen, was wir heute erforschen.
Unsere Versuche, die Kochkultur jener Zeiten zu verstehen, sind ein Stück lebendige Archäologie.

Wir formen Kochstellen aus Lehm, entzünden Feuer mit Zunder und Funken, rühren in Tongefäßen über der Glut und probieren, was überliefert ist: Getreidebreie, Hülsenfrüchte, Fleischspieße, Kräuter, Honig, Beeren.

Es geht dabei nicht nur um Geschmack, sondern um das Erspüren von Alltag – wie Menschen vor Tausenden von Jahren gekocht, gegessen und Gemeinschaft erlebt haben.
Die Gerichte, die hier entstehen, sind keine Rekonstruktionen im modernen Sinn, sondern Annäherungen an ein Lebensgefühl, das zwischen Rauch, Erde und Feuer zu finden ist.

Unsere Kochversuche entstehen in der AG Eisenzeit auf der Zeiteninsel im Rahmen von Projekten der AG Lebendige Archäologie und natürlich bei Veranstaltungen, wo experimentelle Archäologie Vergangenheit wieder lebendig werden lässt.

Eisenzeitliches Kochen
Steinzeitliches Kochen
Projekt Palafit Food

Artikel im Blog zum Thema:

Kochen wie in der Vorgeschichte – unser Palafit-Food-Abenteuer

Rezepte aus den 40er / 50er Jahren

Zwischen Einmachgläsern, alten Emailleformen und vergilbten Notizzetteln schlummern sie noch heute – die Rezepte unserer Eltern und Großeltern.
Sie erzählen Geschichten aus einer Zeit, in der nichts verschwendet wurde und in der einfache Zutaten mit viel Liebe in kleine Köstlichkeiten verwandelt wurden.

Diese handgeschriebenen Rezepte aus den 1940er- und 1950er-Jahren stammen aus alten Familienheften, gesammelt und überliefert, manchmal mit kleinen Kaffeeflecken, Randnotizen und Spuren des Gebrauchs.
Sie sind mehr als nur Anleitungen zum Backen oder Kochen – sie sind Erinnerungen an duftende Küchen, an Nachmittage mit Kuchen und Kaffee, an das Gefühl von Zuhause.

Hier findest du eine wachsende Sammlung solcher Rezepte, liebevoll transkribiert, behutsam nachgebacken – und mit Fotos versehen, die den Geist jener Zeit einfangen.

🕰️ Zeitgeschichtlicher Hintergrund

Die Rezepte auf dieser Seite stammen vermutlich aus den späten 1940er bis frühen 1950er Jahren – einer Zeit, in der sich das Alltagsleben nach dem Krieg langsam wieder normalisierte.
Butter und Zucker waren wieder erhältlich, doch vieles wurde noch sparsam verwendet.
In vielen Haushalten führte man ein handgeschriebenes Heft, in dem bewährte Familienrezepte, Nachkriegsvarianten und neue Ideen nebeneinanderstanden.

So entstanden einfache, aber feine Gebäcke wie Dorfmakronen, Natronringe oder Haselnussmakronen – mit Zutaten, die fast überall zu bekommen waren, und Mengenangaben, die zwischen Pfund, Gramm und Löffeln wechselten.
Diese Rezepte sind nicht nur süße Erinnerungen, sondern auch ein Stück Küchengeschichte zwischen Mangel und Neuanfang.



Natronringe
Haselnussmakronen
Haselnussstangen
Butterplätzchen
Mürbeteig
Pralinen
Kleie-Haselnuss-Plätzchen
Kaffeekuchen
Schokoladenhäufchen
Käs zum Kuchen
Haferflockenkuchen
Schokoladenschnitten
Gesundheitskuchen
Vanillstangen
Springer
Zitronenkuchen

Küche – zwischen Tradition und Experiment

Kochen ist für mich mehr als nur Alltag – es ist ein Stück Kulturgeschichte.
In meiner Küche begegnen sich alte Familienrezepte, archäologische Experimente und moderne Neugier.
Hier wird eingekocht, getrocknet, fermentiert und ausprobiert – mal mit Weckgläsern und Kräutersalz, mal mit Tongefäßen und Feuerstelle.

Ob Rezepte aus den 1940er- und 1950er-Jahren, traditionelle italienische Gerichte, selbstgemachtes Sauerkraut oder Versuche, wie unsere Vorfahren in der Eisenzeit gekocht haben könnten – alles, was hier entsteht, verbindet Vergangenheit und Gegenwart auf dem Teller.

Ich lade dich ein, mit mir einzutauchen in diese Welt des Schmeckens, Bewahrens und Entdeckens:
zwischen alten Rezeptzetteln, duftenden Kräutern, simmernden Töpfen und dem rauchigen Aroma eines Feuers unter freiem Himmel.

Rezepte der 40er und 50er Jahre – Erinnerungen an Oma, Hausmannskost und den Duft vergangener Zeiten.
Italienische Küche – Rezepte voller Sonne, Kräuter und mediterraner Lebensfreude.
Vorgeschichtliches Kochen – was einst über Feuer brodelte – einfache Zutaten, ursprünglicher Geschmack.
Moderne Küche – Rezepte aus dem, was Garten und Vorrat gerade schenken: unkompliziert und lecker.
Saisonale Küche – Gerichte im Rhythmus der Jahreszeiten, für dich sortiert.

👉 In den folgenden Beiträgen nehme ich euch mit an meinen Herd, ins Freiluftfeuer oder in die Töpfe vergangener Zeiten.

🌾 Kochen wie in der Vorgeschichte – unser Palafit-Food-Abenteuer

Frühjahr 2021, mitten in der Corona-Zeit: Masken, Abstand – und doch ein Gefühl von Nähe. An einer Kochstelle auf der Zeiteninsel begann unser kulinarisches Experiment.

Wenn man Archäologie mit allen Sinnen erleben will, führt kein Weg an der Küche vorbei.
Die Idee, mit der AG Lebendige Archäologie der Zeiteninsel einmal ganz praktisch in die Kochtöpfe der Vorgeschichte zu schauen, hatte ich schon länger.
Als ich vom europäischen Wettbewerb Palafit Food hörte, war klar: Da machen wir mit!

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